{"id":1296,"date":"2024-07-19T10:33:28","date_gmt":"2024-07-19T09:33:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kunstexpertin-mosel.de\/?page_id=1296"},"modified":"2024-07-19T10:33:28","modified_gmt":"2024-07-19T09:33:28","slug":"interview-guter-rat-08-2024","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kunstexpertin-mosel.de\/?page_id=1296","title":{"rendered":"Interview &#8222;Guter Rat&#8220; 08\/2024"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mal angenommen, man findet eine ganze Kiste voll mit Schmuckst\u00fccken auf dem Dachboden, mit vielleicht 30 Teilen. Wie kann man da vorgehen, um die Spreu vom Weizen zu trennen? Woran erkennt man wertvolle St\u00fccke auf einen Blick?<\/strong><br>Ein Indiz f\u00fcr einen h\u00f6heren Wert k\u00f6nnte eine bekannte Marke sein. Man sollte die Gegenst\u00e4nde also ganz genau absuchen. Bei Porzellan bspw. die Meissner Kurschwerter oder das Zepter bei der K\u00f6niglichen Porzellan-Manufaktur aus Berlin. Bei deutschem Silber zeigen eingepunzte Halbmond und Krone an, dass es sich tats\u00e4chlich um Edelmetall handelt. Generell ist der Materialwert auch bei vielen Schmuckst\u00fccken oder manchen Taschenuhren ausschlaggebend. Echtes Gold ist oft mit Ziffernpunzen, wie \u201e585\u201c, \u201e750\u201c, \u201e14K\u201c, \u201e18K\u201c oder \u00e4hnlichem, versehen.<br>Man sollte alles, was auf dem Objekt steht, im Internet recherchieren; mit Text und Bildersuche. Inzwischen gibt es auch Preisdatenbanken, die in eingeschr\u00e4nkter Funktion kostenfrei abrufbar sind.<br>Wenn Sie sich unsicher sind, k\u00f6nnen Sie sich an unabh\u00e4ngige Sachverst\u00e4ndige wenden. Es gibt die Internetpr\u00e4senzen der Berufsverb\u00e4nde von Kunstsachverst\u00e4ndigen (BVK, BVS, VUKS) mit Listen ihrer Mitglieder sowie ein Online-Verzeichnis der IHK-Sachverst\u00e4ndigen, bei denen man seri\u00f6se Kunstsachverst\u00e4ndige findet. (Bei der \u00dcberpr\u00fcfung von Gold k\u00f6nnen sicher auch Juweliere behilflich sein.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie l\u00e4uft so eine Sch\u00e4tzung ab? Sollte man daf\u00fcr stets pers\u00f6nlich vorstellig werden oder k\u00f6nnte man die auch per Videokonferenz oder Fotos aus der Ferne machen?<\/strong><br>Das wird unterschiedlich gehandhabt. Ich bevorzuge es, die Kunstgegenst\u00e4nde im Original zu sehen, da f\u00fcr die Bewertung wichtige Parameter wie Technik und Zustand meine Erachtens nur schwer anhand von Fotos sicher zu beurteilen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was kostet so eine Sch\u00e4tzung typischerweise? Zahlt man pro Objekt oder einen Stundensatz?<\/strong><br>Das kalkulieren die Kolleginnen und Kollegen individuell. Wenn es sich um mehrere Objekte, beispielsweise bei einer Sammlungs- oder Haushaltsaufl\u00f6sung, handelt, wird meist der Stundensatz zu Grunde gelegt. Wenn es um einzelne oder wenige Kunstgegenst\u00e4nde geht, berechnen manche Kolleginnen und Kollegen einen Festpreis pro Kunstwerk. Ich biete in meiner Stadt beispielsweise regelm\u00e4\u00dfig an festen Terminen eine Kunstberatung f\u00fcr einzelne St\u00fccke an. Dort veranschlage ich einen fixen Preis pro Objekt.<br>Es gibt mittlerweile auch verschiedene Internetanbieter, die oft in Verbindung zu Auktionsh\u00e4usern stehen, die anhand von Fotos zu Fixpreisen sch\u00e4tzen. Zu deren Kompetenz kann ich keine Aussage treffen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie geht man vor, wenn man zum Beispiel M\u00f6belst\u00fccke so gar nicht einer bestimmten Epoche zuordnen kann? Ist es auch f\u00fcr Laien m\u00f6glich, die Entstehungszeit eines Stuhls zu identifizieren und eventuell sogar den Designer dahinter?<\/strong><br>Der erste Schritt w\u00e4re es, nach einem Aufkleber oder einer Marke zu suchen, die einen Hinweis auf Hersteller oder Designer\/-in geben k\u00f6nnte. Auch die Herstellungstechnik mit modernen Schrauben oder jungem Holz kann Hinweise auf den Entstehungszeitraum geben. Aber f\u00fcr das Erkennen ausschlaggebender Merkmale und f\u00fcr die stilistische Einordnung allgemein ist wohl doch eine intensivere Einarbeitung in die Materie n\u00f6tig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist am Markt derzeit ganz besonders gefragt?<\/strong><br>Zeitgen\u00f6ssische Kunst. Aber auch Altmeistergem\u00e4lde aus dem 15. bis 18. Jahrhundert scheinen einen Aufschwung zu erleben, besonders, wenn sie einem bekannten Meister oder Meisterin zugeschrieben werden k\u00f6nnen. Designobjekte scheinen ebenfalls zunehmend an Interesse zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach der Sch\u00e4tzung: Wo und an wen verkauft man seine Sachen am besten? Wendet man sich besser an verschiedene Ankaufsstellen oder gibt es auch Abnehmer f\u00fcr \u201edas ganze Paket\u201c (B\u00fcchersammlungen, Kunstobjekte, Schmuck, M\u00f6bel)?<\/strong><br>Eine Anlaufstellen w\u00e4ren Antiquit\u00e4tengesch\u00e4fte im n\u00e4heren Umkreis. Allerdings k\u00f6nnen H\u00e4ndler nicht den h\u00f6chsten Preis zahlen, da sie das komplette Risiko des Weiterverkaufs \u00fcbernehmen. Man kann sich sich an Auktionsh\u00e4user wenden, die ein entsprechendes Spektrum verkaufen. Bei einem Auktionsverkauf ist das Auktionshaus nur Kommission\u00e4r und das Risiko bleibt beim Verk\u00e4ufer. F\u00fcr seinen Service beh\u00e4lt das Auktionshaus u. a. einen Teil des Zuschlagspreises als Provision ein. Sowohl Kunsth\u00e4ndler als auch Auktionsh\u00e4user nehmen auch ganze Konvolute an. Da sie ihre Kundschaft gemeinhin gut kennen, w\u00fcrden sie schwer Verk\u00e4ufliches wohl schon vorab aussortieren. Es gibt \u00fcbrigens auch spezialisierte Auktionsh\u00e4user, z. B. f\u00fcr Briefmarken oder Spielzeug .<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie geht man im Verkauf strategisch am besten vor, um sich hinterher nicht zu \u00e4rgern?<\/strong><br>Tats\u00e4chlich so gut wie m\u00f6glich dar\u00fcber informieren, was man hat. Auch \u00fcber Besch\u00e4digungen. So hat man eine solide Verhandlungsbasis.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><\/ol>\n\n\n\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Links:<\/strong><br>https:\/\/www.bv-kunstsachverstaendiger.de\/<br>https:\/\/www.bvs-ev.de\/sachverstaendige-suchen<br>http:\/\/www.vuks.de\/mitglieder.html<br>https:\/\/svv.ihk.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mal angenommen, man findet eine ganze Kiste voll mit Schmuckst\u00fccken auf dem Dachboden, mit vielleicht 30 Teilen. Wie kann man da vorgehen, um die Spreu vom Weizen zu trennen? 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